Josef Horsky

Automechaniker. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime.

* 1905    † 1945

 

Lebenslauf

Josef Horsky wurde am 25.9.1905 in Sered/Prystian geboren und arbeitete als Automechaniker in Bratislava. Er war verheiratet und Familienvater.

Widerstand, Verhaftung, Todesursache Fleckfieber

Am 30. 1. 1945 wurde Josef Horsky verhaftet. Er verstarb am 15.3.1945 im Landesgericht I in Wien an Fleckfieber.

Aus der von seiner Frau Helena Horská verfassten Biografie

„Aus seinen zahlreichen Reisen in die Mittlere Slowakei, vor allem im Gebiet der West-Slowakei (Umgebung Myjava, Jablonica und Ähnliches) habe ich verstanden, dass er sich mit Partisanen und illegalen Arbeitern trifft. Durch Zufall habe ich herausgefunden, dass er im Jahre 1943 Waffen (in der Garage) versteckt hat, die er mit dem Auto an verschiedene Orte gebracht hat. Ende 1943, Anfang 1944 bin ich mit meinen Kindern auf seine Anweisung wegen gefährlichen Bombardierungen provisorisch nach Banka bei Piestany gezogen, mein Ehemann ist zu uns mindestens einmal die Woche gependelt. Unsere Wohnung in Bratislava wurde dabei gewahrt und diente für die illegalen Tätigkeiten meines Ehemanns. (…) Gemeinsam mit meinem Ehemann wurde wegen Verdacht auf illegale Tätigkeiten auch sein Helfer Frantisek Kujan festgenommen. Mein Mann wurde auf dem USB [tschech. Abk. f. Staatssicherheit = Gestapo] gefoltert, weil mir ein zufälliger Zeuge bei meinen Versuchen zu meinem Mann zu kommen ausgerichtet hat, dass er gesehen hat, wie er drei Tage nach seiner Verhaftung abgeführt wurde, ohne Zähne und blutig. Mein Mann wurde nachher in das Bezirksgefängnis der Gestapo in Wien deportiert. (…) Mein Mann wurde in memoriam zum Jahrestage des Slowakischen Nationalaufstandes (SNP) ausgezeichnet, eine Straße in Bratislava ist nach ihm benannt und sein Name ist auf der Gedenktafel der Kämpfer für Freiheit in Piestany.“

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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